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06. Sep 2006

Makler erwarten steigende Preise für Grundstücke

Wohnungen am neuen Airport sind gefragt

Rund um den neuen Großflughafen wird es nach Expertenmeinung keineswegs nur Verlierer geben. "Wir werden ein stetig ansteigendes Niveau der Bodenpreise erleben", prognostiziert Eugen Schnoor, der Vorsitzende des Bewertungsausschusses für Grundstücke im Ring Deutscher Makler (RDM) Berlin und Brandenburg.

Nur diejenigen, die direkt in der Einflugschneise leben, gehören nach Schnoors Meinung zu den Verlierern. "Alle anderen werden aber profitieren", sagt er. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien in der Nähe des neuen Airports werde zunehmen. Denn viele, die dort künftig arbeiten, wollten auch in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen. Das führe zu einer Verknappung der Immobilien und zu einem Anziehen der Preise, so Schnoor. Er rechne in den kommenden fünf Jahren bis zur Eröffnung des neuen Flughafens mit einem Wertzuwachs der Grundstücke von 10 bis 30 Prozent - je nach Lage der Immobilie.

Eine ähnliche Entwicklung habe es in der Nähe des Münchner Flughafens gegeben, wo sich die Preise für Bauland im benachbarten Erding vervielfacht hatten. Erwartungen der Flughafen-Gegner, die einen Wertverlust bei Wohngrundstücken von 2,1 Milliarden Euro (nach jetziger Ausbauplanung) befürchten, hält Schnoor für "völlig übertrieben". Der Anwalt der Flughafen-Gegner, der Würzburger Wolfgang Baumann, weist das zurück. Er bekräftigte gestern die Befürchtungen. Schon jetzt sei ein Wertverlust von 770 Millionen Euro eingetreten. "Der Markt ist zusammengebrochen, das will man nicht wahrnehmen", sagt Baumann.

Immobilienexperte Schnoor sagt auch für die Gebiete im Südosten Berlins eine positive Entwicklung voraus. In Rudow und Treptow-Köpenick werde es ebenfalls eine stärkere Nachfrage nach Wohnimmobilien geben. Die Preise würden jedoch nicht schnell steigen, weil der Flughafen erst im Jahr 2011 fertig werden soll. "Es wird sich langsam entwickeln."

Wertzuwachs auch im Norden

Profitieren werden auch die Bewohner und Grundstücksbesitzer in Reinickendorf, Pankow und Spandau, die jetzt noch in der Einflugschneise des Flughafens Tegel liegen. Denn wenn der neue Flughafen in Schönefeld steht, soll Tegel geschlossen werden. Mehrere hunderttausend Menschen werden dann keinen Fluglärm mehr haben. Für Wohnlagen, die jetzt noch in den Einflugschneisen liegen, rechnet Schnoor mit einem Wertzuwachs "um 10 bis 15 Prozent" - darunter das Gebiet rund um den Majakowskiring in Pankow. Dienstleistungsunternehmen für Tegel, die jetzt noch in der Nähe des Airports sitzen, werden Richtung Schönefeld abwandern, sagt Schnoor voraus. In Tegel ist folglich mit einem Wertverlust der Grundstücke zu rechnen.

Ulrich Paul

© Berliner Zeitung Online

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