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14. Nov 2006

Spandau

Bau-Boom auf früherem Todesstreifen - Nach Jahren der Trennung wachsen West-Staaken und Spandau wieder zusammen

Jahrzehnte lang war Berlin eine geteilte Stadt, aber der Bezirk Spandau war es auch. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Briten West-Staaken im Rahmen eines Gebietsaustauschs an die Sowjets abgetreten, um dafür Flächen am damaligen Flughafen Gatow zu erhalten. Ab 1951/52 wurde West-Staaken deshalb von der DDR regiert. Erst mit der Wiedervereinigung kam der Ortsteil wieder zu Spandau.

Von dem ehemaligen Todestreifen in West-Staaken ist 17 Jahre nach dem Mauerfall kaum noch etwas zu sehen. In den vergangenen Jahren wurden dort Hunderte von Einfamilienhäusern gebaut. Zwischen dem Nennhauser und dem Brunsbütteler Damm entstand das Mühlenviertel, und entlang dem Finkenkruger Weg sowie beidseits der Heerstraße wurde eine Reihe weiterer Doppelhäuser und Reihenhaussiedlungen errichtet.

West-Staaken und Spandau wachsen zusammen. Dass der Andrang auf die Bauflächen in West-Staaken so groß ist, liegt vor allem an den günstigen Grundstückspreisen. Am Stadtrand sind Grundstücke für Einfamilienhäuser zum Quadratmeterpreis von 100 bis 110 Euro zu haben, Richtung "altes" Spandau und Grenzstreifen steigen die Preise auf etwa 130 Euro, sagt Eugen Schnoor vom Ring Deutscher Makler (RDM). Die Bevölkerungszahl in West-Staaken schnellte durch den Bau-Boom nach oben. Waren Ende 1990 noch 3 999 Menschen in West-Staaken gemeldet, so waren es Ende 2005 bereits 9 030. Einer von ihnen ist Spandaus Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU). Er habe den Eindruck, dass alte und neue West-Staakener "keine Vorbehalte" gegeneinander haben, sagt er. Sie treffen sich beim Brötchenholen genauso wie auf dem Weg in die Kita oder Schule. Nicht immer ging es jedoch harmonisch zu. Viele der alten West-Staakener mussten ihre Grundstücke nach der Rückgabe an Alteigentümer verlassen, berichtet Pfarrer Norbert Rauer von der Staakener Dorfkirche.

Ulrich Paul

© Berliner Zeitung Online

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