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07. Jan 2006

Steglitz wird Bauland-Sieger

Berliner Berechnungen und Makler-Prognosen für die Bodenpreise im Jahr 2006.

Das letzte Halbjahr 2005 sorgt für Optimismus bei Insidern: Bei den Baulandpreisen könnte sich im neuen Jahr der Negativtrend der vergangenen Jahre ins Positive umkehren - ganz besonders am südlichen und südwestlichen Rand Berlins. Ein ganz klarer Trend aber läßt sich aus den Einschätzungen der Landesverbände des Rings Deutscher Makler (RDM) Berlin/Brandenburg und des Immobilienverbandes Deutschland (UVD), aus Zahlen des Berliner Gutachterausschusses und eigenen Berechnungen der Berliner Morgenpost noch nicht belegen.

In diesem dritten und letzten Teil von "Preise & Prognosen" (nach Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern) geht es ums Bauland, dessen Musik weiter im Osten spielt. Denn nur hier gibt es noch viele Baulücken und große bebaubare Flächen. Sieht man sich in unserer Grafik allerdings den mittelfristigen Trend für 1999 bis 2005 an, der die Gutachterausschuß- Kaufpreissammlung auswertet, so ist durch die Bank ein stark fallendes Preisniveau festzustellen, zwischen 22,2 Prozent minus in Reinickendorf und 37 Prozent in Spandau. 1999 waren die künftigen Bodenrichtwert-Erwartungen noch viel höher.

Regional extrem unterschiedlich präsentiert sich dagegen der kurzfristigere Trend, die Sicht auf 2003 bis 2005. Da gibt es positive Trendsetter wie Lichtenberg mit plus 24 Prozent, aber auch den Absturz des Reinickendorfer Eigenheimer-Baulands - mit minus 18,3 Prozent auf den letzten Preis-Platz. Daß trotz der vielen Minuszeichen in den Bezirken insgesamt ein Berlin-Plus herauskam, lag daran, daß die meisten Umsätze in den teilweise positiv errechneten Ostbezirken stattfanden.

Und jetzt? Die mit diesen Zahlen versorgten Maklerverbände haben Bewertungs- (RDM) oder Wertermittlungsausschüsse (IVD). Dort wurde für die Prognose für 2006 bei Kollegen nachgefragt, nach Aussichten und nach den letzten Verkaufserfolgen. Zwar wird 2006 danach wieder der Osten das größte Stück vom Bodenverkaufs-Kuchen abbekommen, aber die Preise sehen die Makler differenzierter.

Bei einem sind sich die Insider einig: Gerade weil es in den Villenrevieren des Bezirks Steglitz-Zehlendorf kaum noch Baulandangebote gibt, wird hier 2006 der Preis anziehen, möglicherweise um bis zu sechs Prozent. Die weggefallene Eigenheimzulage spielt zwischen Dahlem und Lichterfelde-West keine Rolle - wer hier teuer kauft und teuer baut, schielt nicht auf 15 000 Euro Fördergeld.

Dazu paßt am Rande auch eine Zahl, die der jüngste Marktbericht des Berliner Gutachterausschusses bietet: Während Berliner Bauland Ende Oktober 2005 im Durchschnitt etwa vier Prozent preiswerter war als Januar 2005, sind gute und noch bessere Wohnlagen im Westen Berlins im Preis fast stabil geblieben. Außerdem sind auch höher ausnutzbare West- Wohnlagen mit einer Geschoßflächenzahl von 0,4 bis 0,6 (für Reihenhäuser oder Stadtvillen) im Wert nicht zurückgegangen, während Bauland mit 0,2 bis 0,3 GFZ (reine Einfamilienhausgebiete) um vier bis sieben Prozent einbrach.

Unterschiedlich wie bei den Einfamilienhäusern sehen die Maklerausschüsse mit Andreas Habath (IVD) und Eugen Schnoor (RDM) an der Spitze Reinickendorf, wo vor allem der negative Preiseinfluß durch Umlandgemeinden verschieden eingeschätzt wird. Im Süden Berlins dagegen gibt es dieses Meinungsbild nicht - und hier ist es auch der Flughafen Schönefeld, der Teile von Neukölln (Britz, Buckow, Rudow), von Tempelhof-Schöneberg und Treptow fürs Bauen interessanter - und teurer - macht: Wo neue Arbeitsplätze locken, wird auch mehr gebaut oder gekauft.

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© Berliner Morgenpost 2006